Der Schöpfkellentrick – oder wie man einen vergammelten Blinker-Reflektor ersetzen kann.

In diversen Oldtimer-Zeitschriften wird dieses Thema auch immer wieder behandelt:

Welche Alternativen gibt es, wenn der Blinker- oder Rücklichtreflektor vergammelt ist und es keinen Ersatz auf dem Teilemarkt gibt?

Manchmal hilft schon eine Politur (z. B. auch ein Brillenputztuch) oder eine selbstklebende Alufolie, die einfach auf den alten Reflektor aufgeklebt wird.

Es gibt aber auch, finde ich, eine bessere Lösung:

In unserem „Nasenbär-Fall (VW 411)“ der Schöpfkellentrick für den linken vorderen  Blinker! Hier brauchen wir als erstes eine handelsübliche Schöpfkelle aus rostfreiem Stahl (Edelstahl). Gesamtlänge über den Kellenbogen gemessen ca. 110 mm. Wenn man eine Schöpfkelle kaufen geht, nimmt man besser den alten Reflektor mit als Muster. So kann man gut ermitteln, welche der vielen verschieden großen Schöpfkellen passt. So habe ich das auch gemacht. Kosten in diesem Fall 4,99 Euro.

Als nächsten wird die Kontur des alten Blinkerreflektors A auf die Schöpfkelle übertragen. Von der Schöpfkelle werden dann der Stiel bzw. Griff und zwei Längsseiten an der aufgezeichneten Linie mit einer Blechschere (möglichst mit Drehmomentübersetzung) abgetrennt. Die scharfen Kanten unbedingt mit einer Flachfeile entgraten (Verletzungsgefahr!). So bleibt eine Breite der Restkelle über den Bogen gemessen von ca. 50 mm (Gewicht Fertigteil 40 g).

An einer Seite habe ich dann ein Loch von Ø 6 mm gebohrt zur Befestigung. Durch diese Bohrung führt später die Linsenblechschraube Nr. 25 (A2 - B 5,5 x 19 mm) des Blinkergehäuses, welches damit an den Kotflügel geschraubt wird.

Mittig wird dann noch ein Loch von Ø 20 mm zum Durchstecken des Birnensockels benötigt. An den Längsseiten in der Bohrung werden dann noch mit einer Feile zwei kleine Aussparungen für die Kunststoff-Haltenasen der Lampenfassung Nr. 35 angebracht. Außerdem direkt daneben ein kleines Loch mit Ø 6 mm. Das kleine Loch wird für eine weitere Kunststoff-Haltenase der Lampenfassung Nr. 35 benötigt. Wenn dieses Loch und die Aussparungen fehlen, liegt der Ersatzreflektor nicht auf dem Haltebügel B auf und wackelt.  

An der gegenüberliegenden Seite der äußeren Bohrung kommt dann noch ein Ausschnitt. Dieser Ausschnitt hat den Zweck, dass das Licht der Blinklichtbirne auch in den hinteren Bereich des Blinkergehäuses fällt; also auch von der Fahrzeugseite ein Blink-Rhythmus zu sehen ist.

Für unseren Nasenbären habe ich diesen Ausschnitt weggelassen, weil das Blinkergehäuse von innen mit Chromspray lackiert wird und im hinteren Bereich des Blinkergehäuses ein 4 Watt-Leuchtmittel als Seitenmarkierungsleuchte installiert wird.

Das ist aber wieder ein anderes Thema. Durch die Chromlackierung im Blinkergehäuse wird das Blinklicht wesentlich intensiver wahrgenommen.

Benötigte Werkzeuge:

1 Filzstift zum Anzeichnen,

1 Blechschere mit Drehmomentübersetzung,

1 Flachfeile Breite ca. 20 mm,

1 Körner,

1 HSS-Bohrer Ø 4 mm zum Vorbohren (niedrige Drehzahl wählen)

1 HSS-Bohrer Ø 12 mm (dto.),

1 Stufensenker bis Ø 20 mm (dto.),

1 Kegelsenker Ø 20 mm zum beidseitigen Entgraten der Bohrlöcher,

1 Kegelsenker Ø 30 mm oder Rundfeile zum Entgraten der großen Bohrung,

Viel Spaß beim Umbauen.

Wilhelm Moswinkel

21.02.2017

 

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